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Technische Berufe in der Luftfahrt

Eine Übersicht zu Historie, Berufsinformationen und Lizenzen in der Luftfahrttechnik.

Die Arbeit in der zivilien Luftfahrt ist sehr vielseitig und schwer vergleichbar mit anderen Technischen Berufen. Um einen ersten Einblick in diesen stark regulierten Bereich der Luftfahrt zu ermöglichen, haben wir einige Informationen zusammengestellt. Von den Anfängen der technischen Berufsbilder, über Details zu Ausbildung, Weiterbildung, Tätigkeiten und benötigten Lizenzen gibt es einiges zu erfahren.

Historische Berufsentwicklung

Historische Berufsentwicklung

Fluggerätmechaniker

Spezielle luftfahrttechnische Berufe gibt es in Deutschland etwa seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Entwicklung des Motorflugs hatte zwar bereits Jahrzehnte zuvor eingesetzt, fand jedoch 1945 in Deutschland ein vorläufiges Ende. Erst eine Dekade später konnte der zivile Flugverkehr in der Bundesrepublik Deutschland wieder beginnen. Die Branche stand vor einem Neuanfang und man benötigte qualifizierte Fachkräfte, die mit der zunehmenden Komplexität der Fluggeräte umgehen konnten. Durch die zunehmende Bedeutung des Flugzeuges in den fünfziger und sechziger Jahren, entwickelten sich auf Basis der konventionellen Metallberufe eigene, spezialisierte Luftfahrtberufe. So auch der 1961 geschaffene Beruf des Flugzeugmechanikers, der den schon seit 1936 bestehenden Beruf des Metallflugzeugbauers ergänzte.

Im Jahr 1964 wurde der Beruf Flugtriebwerkmechaniker geschaffen, der den seit 1940 bestehenden Beruf Flugmotorenschlosser ablöste. 1983 wurde die Verordnung über die Berufsausbildung in der luftfahrttechnischen Industrie erlassen, die die Ausbildungsberufe Fluggerätbauer, Fluggerätmechaniker und Flugtriebwerkmechaniker regelte.

 

Im Zuge der Neuordnung der technischen Luftfahrtberufe 1997 wurden die damaligen Ausbildungsberufe Flugzeugmechaniker, Fluggerätbauer und der Triebwerksmechaniker schließlich vom heutigen Ausbildungsberuf des Fluggerätmechanikers mit drei Fachrichtungen zusammengefasst.

Elektroniker/in für luftfahrttechnische Systeme

Zu den elektronisch orientierten Luftfahrtberufen zählt der Vorläufer des Berufs Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme, der Fluggerätelektroniker, der 1997 neu geschaffen und staatlich anerkannt wurde. Hintergrund dafür war der Bedarf an Fachleuten, die fundiertes Wissen vor allem auf den Gebieten der Steuer- und Regelsysteme, der Instrumentenlandesysteme und Nachrichten- und Mikrocomputertechnik vorweisen konnten.

Allgemeine Infos zum Fluggerätmechaniker

Allgemeine Infos zum Fluggerätmechaniker

Informationen für einen ersten Überblick!

Fluggerätemechaniker arbeiten in der Herstellung, Wartung und Instandsetzung von Luftfahrzeugen sowie in der Zulieferindustrie für Luftfahrtunternehmen, wie zum Beispiel Triebwerk- oder Komponentenhersteller. Zudem kommen Fluggerätmechaniker auch aus dem Militär, wie der Luftwaffe, dem Heer oder auch der Marine, sowie aus dem öffentlichen Dienst wie z. B. Polizei und Bundespolizei, die allesamt Fluggeräte beitreiben und unterhalten.

Der Ausbildungsberuf Fluggerätmechaniker gliedert sich in drei verschiedene Fachrichtungen:

  • Fluggerätmechaniker Fachrichtung Instandhaltungstechnik ,
  • Fluggerätmechaniker Fachrichtung Triebwerkstechnik ,
  • Fluggerätmechaniker Fachrichtung Fertigungstechnik.

Der Ausbildungsberuf Fluggerätmechaniker/in ist in Deutschland staatlich anerkannt und gehört der Berufsgruppe 28 „Mechaniker“ an. Die Ausbildung dauert in der Regel 4 Lehrjahre (entspricht 3 ½ Jahren). Sie kann durch eventuell vorhandene Kenntnisse und Lernjahre jedoch verkürzt werden. Dazu zählen ein schulisches Berufsgrundbildungsjahr, der Besuch einer Berufsfachschule sowie sonstige berufliche oder allgemeine Vorbildungen. Diese werden der Vorbildung entsprechend der Ausbildungszeit angerechnet. Die Ausbildung wird im Dualen System durchgeführt. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit einer beruflichen Weiterbildung. Dazu ist ein förderlicher Beruf wie zum Beispiel KFZ-Mechatroniker oder Industriemechaniker notwendig. Zudem gibt es noch eine Besonderheit in diesem Beruf. Bis zum Antritt der Zwischenprüfung durchlaufen alle drei Fachrichtungen des Fluggerätmechanikers eine, nach dem Ausbildungsrahmenplan, einheitlich gegliederte Ausbildung. Erst nach der Zwischenprüfung beginnt die eigentliche Spezialisierung in die einzelnen Fachrichtungen.

Am Ende wird eine Abschlussprüfung geschrieben. In dieser soll die Facharbeiterqualifikation, also die Eigenständigkeit beim Lösen technischer Probleme und die praktische Ausübung verschiedener Tätigkeiten nachgewiesen werden. Der Prüfling muss eine Systemkomponente montieren und eine Fluggerätstruktur fertigen beziehungsweise instand setzten. Des weiteren hat er unter Berücksichtigung funktionaler, konstruktiver und fertigungstechnischer Gesichtspunkte einen Arbeitsablauf zu planen. In dem schriftlichen Teil muss er seine Kenntnisse aus den Fächern Fertigung, Instandhaltung, Fluggerättechnik, Wirtschafts- und Sozialkunde unter Beweis stellen.

Durch immer neue Techniken, Methoden und Flugzeugtypen nimmt man stetig an Weiterbildungsseminaren, bzw. Schulungen teil und muss über das erlernte Wissen Prüfungen ablegen. Man kann mit genügend Berufserfahrung zum Schichtleiter und später zum Meister und Produktionsleiter aufsteigen oder nach einer erfolgreichen Ausbildereignungsprüfung in die Ausbildung oder Weiterbildung für Flugzeugtypenlehrgänge wechseln.

Die wohl wichtigste Weiterbildung ist die EASA PART 66 Fachmodulausbildung, sowie auch qualifizierende Flugzeug-Typenlehrgänge in verschiedenen Eindringtiefen (Level 1 bis 3) zur Erlangung der Aircraft Maintenance Licence (AML). Die Modulausbildung sowie auch Typenlehrgänge sind unerlässlich zum Arbeiten an einem Fluggerät in der zivilen Luftfahrt, da dies durch die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) vorgeschrieben ist. Nachfolgend werden die wichtigsten Weiterbildungen angeführt.

  • Typen-Schulungen (Type Ratings) auf einzelnen oder mehreren Flugzeugen,
  • Modul-Lehrgange zum Erhalt von Lizenzen nach EASA - Part 66
    • CAT A
    • CAT B1
    • CAT B3
    • CAT C
  • Berechtigung zur Komponentenwartung oder auch speziellen Bearbeitungs- und Prüfverfahren wie Schweißen, Röntgenprüfung, Ultraschallprüfung, zerstörungsfreie Prüfverfahren,
  • Industriemeister Luftfahrttechnik
  • Staatl. gepr. Techniker in Luftfahrttechnik,
  • Studium zum Diplom Ingenieur „Luft- und Raumfahrttechnik“.

Da meist mit sehr hochwertigen und komplexen Systemen gearbeitet wird, kann man den Beruf in die Gruppe der „Hi-Tech“- oder auch „Hochtechnologie“-Berufe einordnen.

--> Fachrichtung Instandhaltungstechnik

Fachrichtung Instandhaltungstechnik

Fluggerätmechaniker der Fachrichtung Instand-haltungstechnik sorgen für die Funktions-tüchtigkeit von Fluggeräten und montieren bzw. reparieren Baugruppen.

Diese Arbeiten verrichten sie überwiegend in Instandhaltungs-, Wartungs- bzw. Überholungsbetrieben in der Luftfahrtindustrie. Ein Arbeitsbereich ist auch der Herstellungsbetrieb. Dort arbeitet der Fluggerätmechaniker Fachrichtung Instand-haltungstechnik überwiegend in der "Final Assembly Line“ (Endmontagelinie) oder der "Flightline" (Einflug).

Neben der Durchführung von Sicherheits-inspektionen als größten Teil der Arbeit bei Fluglinien, bzw. deren beauftragen Luftfahrzeug-Wartungsunternehmen sind weitere Hauptaufgaben:

  • Montage beziehungsweise Demontage von Systembauteilen,
  • Einstellarbeiten an Flugzeugsystemen,
  • Sichtkontrollen und technische Flugfreigaben (Release to Service),
  • Fehlersuche (Troubleshooting) und Fehlerbehebung,
  • Durchführung von planbaren sowie nicht planbaren Instandhaltungsarbeiten anhand von Handbüchern oder Computersoftware der Hersteller, sowie deren technischen Dokumentation in den Logbüchern des Fluggeräts
  • Sensorsysteme, Baugruppen der elektrischen und elektronischen Steuerungs- und Regelungstechnik sowie pneumatische und hydraulische Stellglieder installieren und justieren
  • pneumatische, hydraulische, elektrische und elektronische Komponenten anhand von Wartungs- und Inspektionsplänen prüfen und im Gesamtsystem testen
  • Vor-, Zwischen- und Nachflugkontrollen, Standzeitenkontrollen (Daily-, Pre-Flight-, Nightstop Check usw.).
  • Durchführung von behördlichen Forderung (z.B. LTA's, AD-Notes)
  • Durchführung von Modifikationen
  • technische Hilfestellung für Piloten und Kabinencrew bei Unklarheiten
  • Durchführung von Schulungen als Trainer (z.B. für ETOPS)
  • Wettersicherung der Flugzeuge (z.B. bei Frost, Sandsturm,..)

Fluggerätemechaniker der Fachrichtung Instandhaltungstechnik prüfen ob alle mechanischen und elektrischen Systeme ordnungsgemäß funktionieren, bevor das Flugzeug durch sie technisch zum fliegen freigegeben wird (Certificate of Release to Service). Dies verringert die Möglichkeit von Fehlfunktionen am Flugzeug, verbessert somit die Sicherheit im Luftverkehr  und ist eine zwingende gesetzliche Forderung von Seiten der Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) und den Versicherungsunternehmen der Fluglinien. Voraussetzung zum Erstellen des Certificate of Release to Service ist das der jeweilige Flugzeugmechaniker im Besitzt einer gültigen AML (Aircraft Maintenance Licence) nach EASA Part 66 in der Kategorie CAT A bis CAT C je nach Berechtigungsumfang ist.

--> Fachrichtung Triebwerkstechnik

Fachrichtung Triebwerkstechnik

Der Fluggerätmechaniker Fachrichtung Triebwerkstechnik arbeitet überwiegend bei Triebwerksherstellern und deren Wartungsbetrieben.

Dieser montiert Triebwerkskomponenten zu vollständigen Triebwerken, wartet und setzt Triebwerke instand. Zudem testet und überprüft er Triebwerke in speziellen Triebwerkstest-ständen.

Der Fluggerätmechaniker Fachrichtung Trieb-werkstechnik führt des weiteren anspruchsvolle Inspektionen und Reparaturen im inneren des Triebwerks mittels spezieller Videokameras (Boroskope) und verschiedensten Spezialwerk-zeugen durch, während das Triebwerk am Flugzeug eingebaut bleibt. Dies ermöglicht eine Kostengünstige Reparatur, da ein Demontage und Montage des Triebwerks vom Flugzeug, sowie ein kompletter Werkstattdurchlauf des Triebwerks vermieden werden kann.

--> Fachrichtung Fertigungstechnik

Fachrichtung Fertigungstechnik

Fluggerätmechaniker der Fachrichtung Fertigungstechnik sind überwiegend in der Herstellung von Fluggeräten sowie in der Instandhaltung beschäftigt.

Sie fügen und montieren zum Beispiel Einzelteile der Struktur zu kompletten Flugzeugrümpfen zusammen. Oft müssen Mechaniker dies mithilfe von komplexen Bauunterlagen und mit sehr großer Sorgfalt bewerkstelligen. Zudem gehört auch die Ausrüstung und Ausstattung zum Aufgabengebiet, dabei werden Systemkomponenten oder Kabineneinrichtungen in das Flugzeug eingerüstet.

Die einzelnen Aufgaben lassen sich wie folgt beschreiben:

  • Strukturmontage: Spante, Stringer, Außenhaut und andere Bauteile werden durch Nieten, Bohren, Senken, Schrauben oder auch Kleben und Schweißen zu vollständigen Komponenten wie zum Beispiel Flugzeugrümpfen und Tragflächen zusammengefügt. Bei neuen Flugzeugmustern kommen immer mehr neuartige Kohlefaser- oder Glasfaserverbundwerkstoffe zum Einsatz.
  • Ausrüstungsmontage: Es werden alle Systemkomponenten wie Hydraulik- und Kraftstoffanlagen zu vollständigen und funktionstüchtigen Systemen montiert. Außerdem werden die ersten Systemtest durchgeführt, wie etwa Dichtigkeitskontrollen und Durchgangskontrollen an elektrischen und elektronischen Systemen.
  • Ausstattungsmontage: Kabineneinrichtungen, wie zum Beispiel Flugzeugsitze, Verkleidung, Teppiche oder auch Notrutschen und Toiletten werden montiert und eingestellt. Große Sorgfalt und Sauberkeit ist gefragt, da dies die Bereiche sind, wo später der Kunde sitzt.
  • Endmontage: Hier werden die Bauteile aus der Strukturmontage zum endgültigen Flugzeug montiert. Es werden Computer eingerüstet und die finalen Systemtest durchgeführt. Zudem werden große Baugruppen wie Fahrwerke und Triebwerke montiert.
  • Wartung und Instandsetzung: Es werden hauptsächlich Reparaturen und Umrüstungen von Strukturbauteilen vorgenommen.

Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme

Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme

Elektroniker für luftfahrttechnische System arbeiten in Wartungsbetrieben, aber auch direkt bei Herstellern von Luftfahrzeugen.

Sie bauen elektrische und elektronische Anlagen und Geräte in Fluggeräte ein, sorgen für deren reibungslosen Betrieb und warten bzw. reparieren sie. Elektroniker für luftfahrt-technische Systeme verlegen und verbinden dazu Energie-, Signal- und Datenleitungen und montieren Komponenten und Geräte zu luftfahrttechnischen Anlagen und Systemen. Sie installieren Sensorsysteme, Baugruppen der elektronischen Steuerungs- und Regelungs-technik, elektropneumatische und hydraulische Stellglieder sowie Kommunikations-, Radar- und Autopilotanlagen.

Die Elektroniker erstellen desweiteren Prüfaufbauten und -systeme. Mit deren Hilfe simulieren sie technische Umfeldbedingungen und erfassen Messwerte bzw. werten diese aus. Mit Diagnosesystemen und spezieller Testsoftware analysieren sie Störungen und schließen auf Fehlerursachen. Anschließend wechseln sie die betroffenen Komponenten oder Geräteteile aus und dokumentieren die Arbeitsabläufe und durchgeführten Prüfungen.

Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme haben hauptsächlich folgende Aufgaben:

  • Komponenten und Geräte der Fluggerätelektrik und Avionik installieren und zu Systemen verbinden
  • Energie-, Signal-, Datenleitungen verlegen und verbinden
  • Sensorsysteme, Baugruppen der elektrischen und elektronischen Steuerungs- und Regelungstechnik sowie pneumatische und hydraulische Stellglieder installieren und justieren
  • pneumatische, hydraulische, elektrische und elektronische Komponenten anhand von Wartungs- und Inspektionsplänen prüfen und im Gesamtsystem testen
  • Software installieren und anpassen
  • Kommunikations-, Navigations-, Radar- und Autopilotanlagen installieren, prüfen und in Betrieb nehmen
  • Prüfaufbauten anfertigen, technische Umfeldbedingungen simulieren, Messwerte erfassen, Signale an Schnittstellen prüfen und auswerten
  • Störungen einkreisen und beheben, Störungsursachen als Maßnahme der Qualitätssicherung analysieren
    • bord- und bodenseitige Diagnosesysteme und Testsoftware einsetzen
    • defekte Komponenten und Geräte austauschen

Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Diese 3 1/2-jährige Ausbildung wird in der Industrie bei Luftfahrtunternehmen und Herstellern, dem Militär z.B. Heer und Luftwaffe, aber auch im öffentlichen Dienst bei z.B. der Polizei angeboten.

Die wohl wichtigste Weiterbildung ist die EASA PART 66 Fachmodulausbildung, sowie auch qualifizierende Flugzeug-Typenlehrgänge in verschiedenen Eindringtiefen (Level 1 bis 3) zur Erlangung der Aircraft Maintenance Licence (AML). Die Modulausbildung sowie auch Typenlehrgänge sind unerlässlich zum Arbeiten an einem Fluggerät in der zivilen Luftfahrt, da dies durch die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) vorgeschrieben ist. Nachfolgend werden die wichtigsten Weiterbildungen angeführt.

  • Typen-Schulungen (Type Ratings) auf einzelnen oder mehreren Flugzeugen
  • Modul-Lehrgänge zum Erhalt von Lizenzen nach EASA - Part 66
    • CAT A
    • CAT B2
    • Industriemeister Luftfahrttechnik
    • Staatl. gepr. Techniker in Luftfahrttechnik
    • Studium zum Diplom Ingenieur „Luft- und Raumfahrttechnik“

Aircraft Specialist

Aircraft Specialist

Spezialfacharbeiter für Luftfahrtzeuge arbeiten in der Herstellung oder Instandsetzung von Luftfahrzeugkomponenten bei Luftfahrzeug-herstellern, deren Zulieferunternehmen, oder bei Instandhaltungs- unternehmen.

Sie produzieren oder überholen dabei Komponenten von Flugzeugen, wie z.B. Pneumatik-Ventile, Bremsen, Rohrleitungen, Computer, oder Hydraulik-pumpen. In der Instandsetzung werden diese Komponenten nach einem vorgegebenen Zeitintervall, oder nach einem festgestellten Defekt aus dem Flugzeug ausgebaut und dann in der auf verschiedene Fachgebiete spezialisierten Fachwerkstatt überholt.

Im Prozess der Überholung werden die Komponenten je nach Art des Bauteils (z.B.: Hydraulik, Elektrik, Pneumatik,..) zerlegt, gereinigt, elektrische Kontakte erneuert, Dichtungen ausgewechselt, der Oberflächenschutz erneuert oder Rissprüfungen erledigt. Außerdem werden noch nötige Verbesserungen, sowie Modifikationen durchgeführt und bei Computern unter Umständen eine aktuelle Software aufgespielt. Danach werden sie durch einen hochqualifizierten und zur Bauteilfreigabe berechtigten Spezialfacharbeiter unter Verwendung eines Zertifikats, zum Einbau in einem gewerblich genutzten Luftfahrzeug freigegeben. In dem europäischen, durch die European Aviation Safety Agency EASA geregelten Luftraum, nennt sich dieses Zertifikat "EASA Form 1". Es stellt sicher, dass die Herstellungs-, oder Instandhaltungsbetriebe durch die EASA bzw. das Luftfahrtbundesamt LBA auf Ihre qualitäts- und vorschriftengerechte Arbeit überprüft wurden und somit nur hochwertige Bauteile an Luftfahrzeugen verbaut werden.

Spezialfacharbeiter für Luftfahrzeuge führen teilweise Reparaturen an verschiedenen großen oder schwierig auszubauenden Flugzeugkomponenten wie zum Beispiel den Fahrwerken im eingebauten Zustand direkt am Flugzeug aus und verringern dadurch den zeitlichen und finanziellen Aufwand für die Flugzeugwartung.

Das benötigte Wissen für diesen Beruf wird durch eine Ausbildung zum Fluggerätmechaniker oder Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme erlangt, verbunden mit Fachlehrgängen, innerbetrieblichen praktischen Schulungen und Unterweisungen. Es ist auch möglich, durch einen für das entsprechende Fachgebiet förderlichen IHK-Ausbildungsberuf mit entsprechender Grundqualifikation eine praxisorientierte Fortbildung zum Aircraft Specialist zu durchlaufen. Für die Berechtigung zur Bauteilfreigabe nach Herstellungs- oder Instandhaltungsarbeiten sind langjährige praktische Erfahrung, weiterführende Schulungen und betriebsinterne Prüfungen nötig.

Aircraft Specialists haben abhängig von Ihren Fachgebiet folgende Aufgaben:

  • Montage beziehungsweise Demontage von Einzelbauteilen und Komponenten
  • Einstellarbeiten an Luftfahrtzeugbauteilen
  • Fehlersuche (Troubleshooting) und Fehlerbehebung
  • Durchführung von Modifikationen
  • Energie-, Signal-, Datenleitungen verlegen und verbinden
  • Sensorsysteme, Baugruppen der elektrischen und elektronischen Steuerungs- und Regelungstechnik sowie pneumatische und hydraulische Stellglieder installieren und justieren
  • Software installieren und anpassen
  • Prüfaufbauten anfertigen, technische Umfeldbedingungen simulieren, Messwerte erfassen, Signale an Schnittstellen prüfen und auswerten
  • Störungen einkreisen und beheben
  • Strukturprüfungen durch Zerstörungsfreie Prüfverfahren

EASA Lizenzen

EASA Lizenzen im Überblick

Die Instandhaltung von großen Luftfahrzeugen und Luftfahrzeugen für die gewerbsmäßige Beförderung , sowie deren Komponenten muss in einem genehmigten Betrieb nach EASA VERORDNUNG (EG) Nr. 2042/2003 Anhang Part-145 erfolgen.

Das technische Personal muss entsprechend den Part-66 Regularien in einem nach Part-147 zertifizierten Schulungsunternehmen ausgebildet sein und stetig weitergebildet werden. Die Freigabe der durchgeführten Wartungsereignisse vor dem nächsten Flug des Luftfahrzeugs erfordert für den freigebenden Techniker den Besitzt einer persönlichen, durch die Luftfahrtbehörden ausgestellten AML (Aircraft Maintenance Licence), sowie die Berechtigung durch den Part-145 Instandhaltungsbetrieb. Die AML wird in Deutschland durch das Luftfahrtbundesamt (LBA) ausgestellt, kann im Alter von 18 Jahren beantragt werden, die Berechtigung zur Freigabe erfordert jedoch ein Mindestalter von 21 Jahren. Sie Ist nach Ausstellung 5 Jahre gültig, der Besitzer muss eine Anwendung der Lizenzberechtigungen in der Flugzeuginstandhaltung von mindestens 6 Monaten pro 2 Jahren nachweisen, um eine Verlängerung beantragen zu können.

Die AML untergliedern sich in folgende Unterkategorien:

  • Kategorie A: Die Lizenz berechtigt den Inhaber zur Ausstellung von Freigabebescheinigungen nach einfacher Line Maintenance (meist Wartungsmaßnahmen auf dem Flughafenvorfeld zwischen den Flügen) und die Behebung einfacher Mängel innerhalb des Umfangs der in seinen Berechtigungen eingetragenen Arbeiten. Die Freigabe ist auf selbst ausgeführte Arbeiten beschränkt.
    • A1: Flugzeug mit Turbinentriebwerk
    • A2: Flugzeug mit Kolbentriebwerk
    • A3 Hubschrauber mit Turbinentriebwerk
    • A4 Hubschrauber mit Kolbentriebwerk

  • Kategorie B1: Die Lizenz berechtigt den Inhaber zur Ausstellung von Freigabenbescheinigungen nach Instandhaltungsarbeiten, einschließlich Arbeiten an der Flugzeugstruktur, den Triebwerken und mechanischen sowie elektrischen Systemen. Die Berechtigung schließt den Austausch von Avionikeinheiten ein, für die keine komplexe Prüfung zur Funktionstüchtigkeit nötig ist.
    • B1.1: Flugzeug mit Turbinentriebwerk
    • B1.2: Flugzeug mit Kolbentriebwerk
    • B1.3: Hubschrauber mit Turbinentriebwerk
    • B1.4: Hubschrauber mit Kolbentriebwerk

  • Kategorie B2: Die Lizenz berechtigt den Inhaber zur Ausstellung von Freigabebescheinigungen nach Instandhaltungsarbeiten an der Avionik und elektrischen Systemen.

  • Kategorie B3: Die Lizenz berechtigt den Inhaber zur Durchführung und Freigabe einfacher Wartungsarbeiten, sowie dem Ein- und Ausbau von Bauteilen und einfache Funktionsprüfungen an nicht druckbelüfteten Flugzeugen mit Kolbentriebwerken und einer Höchststartmasse von max. 2000kg.

  • Kategorie C: Die Lizenz berechtigt den Inhaber zur Ausstellung von Freigabebescheinigungen nach Base Maintenance (große Wartungsereignisse und Technische Überholung), sie gilt für das Luftfahrzeug in seiner Gesamtheit.

Voraussetzungen für die Beantragung der Aircraft Maintenance Licence AML

Zusätzlich zu der 3,5 jährigen Berufsausbildung muss der Antragsteller auf eine Aircraft Maintenance Licence in Prüfungen mit insgesamt bis zu 700 Fragen einen Wissensstand in den jeweiligen Fachmodulen gemäß Anhang 1 Part 66 nachweisen:

    • M1 Mathematics
    • M2 Physics
    • M3 Electrical Fundamentals
    • M4 Electronic Fundamentals
    • M5 Digital Techniques / Electronic Instrument Systems
    • M6 Materials and Hardware
    • M7 Maintenance Practice
    • M8 Basic Aerodynamics
    • M9 Human Factors
    • M10 Aviation Legislation
    • M11 Turbine/Piston Aeroplane Aerodynamics, Structures and Systems
    • M12 Helicopter Aerodynamics, Structures and Systems
    • M13 Aircraft Aerodynamics, Structures and Systems
    • M14 Propulsion
    • M15 Gas Turbine Engine
    • M17 Propeller

Zusätzlich zu diesen Fachmodulen muss für jeden einzutragenden Flugzeugtyp der nötige Wissensstand in einem Typenlehrgang der Stufe 1 bis 3 angeeignet und durch entsprechende Prüfungen mit bis zu 200 Fragen nachgewiesen werden.

    • Stufe 1: Generel Familiarisation
    • Stufe 2: Ramp and Transit
    • Stufe 3: Line and Base Maintenance

Da diese Lehrgänge meist mit internationalen Teilnehmern besetzt sind, finden die Schulungen nahezu immer in Englisch statt. Die Prüfungen sind wie auch die gesamte Dokumentation in der Luftfahrt generell in der englischen Sprache und müssen mit mindestens 75% richtig beantworteten Fragen pro Modul abgeschlossen werden.

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